Die Geschichte des Kaffees: Woher stammt das magische Getränk?

Die Geschichte des Kaffees: Woher stammt das magische Getränk?

Kaffee stellt fast alles in den Schatten. Er ist mit weitem Abstand führend unter allen Heißgetränkezubereitungen aus Pflanzen. Das lässt sich leicht anhand der jährlichen Erntemengen feststellen, die zum Beispiel für das Jahr 2022 weltweit bei 10,78 Millionen Tonnen Rohkaffee lagen. Sowohl Kakao mit 4,9 Millionen Tonnen als auch Tee mit 2,9 Millionen Tonnen sind da weit abgeschlagen. Doch was ist das Geheimnis der Kaffeebohne und woher kommt sie? Dieser und ein paar weiterer wichtigen Fragen wollen wir an dieser Stelle auf den Grund gehen.

 Inhalt:

  • Wo kommt Kaffee her?
  • Wer hat Kaffee erfunden?
  • Wer hat Kaffee entdeckt?
  • Welches Land hat Kaffee erfunden
  • Wo kommt Kaffee ursprünglich her?
  • Wer hat Kaffee nach Europa gebracht?
  • Wie entstand die Kaffeekultur Europass?

Wo kommt Kaffee her?

Heutzutage kommt Kaffee aus vielen Ländern der Welt. Viele Menschen verbinden Kaffee mit Italien, dort wächst tatsächlich aber kein Kaffee. Zu den bekanntesten Anbauländern für Kaffee zählen: Kolumbien, Brasilien & Äthiopien.

Die bekanntesten Kaffeeanbaukänder

Botanisch betrachtet ist es jedoch gar nicht so einfach, die Kaffeepflanze exakt einer Gegend oder Region zuzuordnen. Ganz oben steht die Familie der Rötegewächse, die auch Kaffeegewächse oder Labkrautgewächse genannt werden. Innerhalb der Rötegewächse ist die Kaffeepflanze (Coffea) eine eigene Gattung, die sich wiederum in 124 Arten unterteilt. Der weitaus größte Teil dieser 124 Arten besitzen ihren Ursprung auf dem afrikanischen Kontinent. So auch die wichtigste Art, die Coffea arabica. Rund 60 % aller Kaffeesorten auf der Welt stammen von der Coffea arabica.

An zweiter Stelle bezüglich der Produktionsmenge steht die Art Coffea canephora, umgangssprachlich „Robusta“ genannt. Auch sie ist ursprünglich in Afrika beheimatet und macht etwa 36 % der Weltproduktion aus. Die restlichen 4 % teilen sich überwiegend in die Arten Coffea liberica, Coffea stenophylla und verschiedenen Kreuzungen auf. Längst wird Kaffee nicht mehr nur allein in Afrika angebaut. Überall wo ein für die Kaffeepflanze günstiges Klima vorherrscht, wird auch Kaffee angebaut. Dies ist im sogenannten Kaffeegürtel der Fall, wobei die Anbaugebiete stark variieren je nach Kaffeesorte.

Wer hat Kaffee erfunden?

Die Idee, aus den Samen (den Kaffeebohnen) der Coffea-Pflanze Kaffee zu kochen, ist wohl irgendwann vor vielen Jahrhunderten in Afrika aufgekommen. Es gibt viele Legenden hierzu, aber kaum gesicherte Erkenntnisse. Die erste Erwähnung des Kaffees erfolgte in Äthiopien, in der Region Kaffa im 9. Jahrhundert. Das äthiopische Hochland wie auch der Südsudan sind zugleich der Entdeckungsort der Kaffeesorte Arabica.

Aus der roten Beere des Kaffeestrauches den Samen herauszuholen, diesen zu trocknen, ihn zu rösten, um ihn letztlich zu zerkleinern und mit heißem Wasser aufzugießen, wird wohl keine spontane Idee gewesen sein. Vermutlich landeten die getrockneten Samen eines Kaffeestrauches irgendwann einmal zufällig im Lagerfeuer von Hirten. Der typische Kaffeegeruch, der dabei entstand und den wir alle kennen und lieben, wird die Hirten veranlasst haben, sich genauer mit dem Samen bzw. der Kaffeebohne zu beschäftigen. Letztlich führte dies zum ersten Kaffee, irgendwo in Äthiopien unter dem Himmel Afrikas.

Wer hat Kaffee entdeckt?

 

Entdeckung des Kaffees

Die Entdeckung als Wildpflanze, um aus deren Samen Kaffee zuzubereiten, erfolgte vermutlich in Äthiopien irgendwann im 9. Jahrhundert. Der Anbau als Nutzpflanze erfolgte ab dem 12. Jahrhundert. Von Äthiopien aus gelangte der Kaffee dann langsam durch Karawanen auf die arabische Halbinsel und von dort in den Libanon, in das osmanische Reich und letztlich nach Europa. Schriften belegen, dass im 14. Jahrhundert im Jemen bereits erste Kaffeeplantagen entstanden. Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts hatte die arabische Welt quasi ein Monopol auf den Anbau und den Handel mit Kaffee. 

Wenn auch nicht den Kaffee selbst, so hat der Augsburger Botaniker und Arzt Leonhard Rauwolf als erster etwa um das Jahr 1576 den Kaffeestrauch und auch den Kaffee selbst beschrieben, den er auf einer Orientreise kennenlernte. Darüber, wann der erste Kaffee in Europa getrunken wurde, gibt es sehr unterschiedliche Aussagen und auch einiges, was durchaus als Legende betrachtet werden darf. Es ist anzunehmen, dass sich der Kaffee langsam vom Libanon und dem Nahen Osten ausgehend über den Balkan in Richtung Europa verbreitete, doch zunächst nur in sehr kleinen Mengen. 

Welches Land hat Kaffee erfunden?

Im äthiopischen Hochland wurde als Ursprungsland Kaffee zuerst erfunden. Hätte jedoch jemand aus dem 21. Jahrhundert eine Tasse Kaffee aus dem 12. oder 13. Jahrhundert nach Originalrezept probiert, wäre ihre oder seine Begeisterung sicher sehr gemäßigt ausgefallen. Die Kaffeebohnen wurden zwar geröstet, jedoch am offenen Feuer, was sehr unterschiedliche Röstgrade erzeugte. Zerstoßen wurden die Bohnen mit dem Mörser, was ein grobes Pulver ergab. Zu guter Letzt wurde einfach heißes Wasser über den zerkleinerten Kaffee gegossen, um ihn dann ziehen zu lassen.

Vielleicht kamen schon die äthiopischen Hirten auf die Idee, den Kaffee zu filtern, um den Kaffeesatz zu vermeiden. Sicher ist jedoch, dass dieses Problem noch viele Jahrhunderte die Kaffeetrinker in aller Welt beschäftigte. Je nach Land oder Region gehört der Kaffeesatz aber durchaus zum Kaffeetrinken dazu, etwa beim türkischen Kaffee. Genau genommen haben sich im Laufe der Geschichte viele Länder ihren ganz eigenen Kaffee selbst erfunden.

Wo kommt Kaffee ursprünglich her?

Auf dem Kontinent Afrika befindet sich der Ursprung der Kaffeepflanze mit ihren 124 Arten. Wenn man sich auf ein Land festlegen müsste, würden die meisten Experten Äthiopien den Status des „Ursprungslandes des Kaffees“ zuordnen. Allerdings gibt es von der Kaffeepflanze, als Teil der Familie der Rötegewächse, überall auf der Welt Verwandte. Doch nur die Gattung der Coffea aus Afrika weist einen für die Kaffeeherstellung geeigneten Samen aus.

Inzwischen wird Kaffee in vielen Ländern der Erde rund um den Kaffeegürtel angebaut. Nachfolgend die ersten zehn Anbauländer nach Gewicht:

(Stand 2022, in 1.000 Tonnen)

Kaffeepflanze Kolumbien

Auch Kolumbien zählt zu den Big Playern bezüglich der Kaffeeproduktion und befand sich lange Zeit auf Platz 2. Doch wird in dem Land schon seit Jahren auf hochwertige Qualität statt auf Masse gesetzt, sodass andere Länder Kolumbien den Rang hinsichtlich Gewicht abgelaufen haben. Kolumbien bringt mit seinem Hochland nahe dem Äquator hervorragende Anbaubedingungen für sortenreinen Kaffee mit.

 

Das sogenannte Kaffeedreieck in Kolumbien, oft auch Kaffeezone genannt, wurde schon im Jahr 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Seit über 300 Jahren wird hier Kaffee angebaut und nicht wenige ausgewiesene Kaffeeexperten sprechen der in Kolumbien angebauten Coffea arabica die weltweit beste Qualität zu.

Wer hat den Kaffee nach Europa gebracht?

Wie kam der Kaffee nach Europa?

Die wohl schönste Geschichte, aber vermutlich eben nur eine Geschichte, wie der Kaffee nach Europa kam, stammt von der zweiten Belagerung Wiens durch die Osmanen im Jahr 1683. Bei dieser Belagerung soll ein mutiger polnischer Spion mehrere Hundert Säcke von den abziehenden Osmanen erbeutet und damit das erste Kaffeehaus Wiens eröffnet haben. Bewiesen ist die Geschichte jedoch nicht.

Die Verbreitung des Kaffees in Europa hängt mit der Kolonialisierung durch europäische Länder, ab dem 16. Jahrhundert, zusammen. Kaffee wurde dann auch außerhalb Afrikas, etwa in Indien, angebaut und er wurde zur globalen Handelsware. Zeitgleich öffneten überall in Europa Kaffeehäuser. Die Niederlande, aber auch Frankreich, waren die Vorreiter bei der Verbreitung des Kaffees in Europa. Das älteste noch im Betrieb befindliche Kaffeehaus steht übrigens in Paris, das im Jahr 1689 erbaute Café Procope.

Wie entstand die Kaffeekultur Europas?

Wenn in Europa von Kaffeekultur gesprochen wird, muss unbedingt auch von der Kaffeehaus-Kultur gesprochen werden. Mit den ersten Kaffeehäusern im 17. und 18. Jahrhundert entstanden in Europa Treffpunkte der Geselligkeit, die sich erheblich von den bis dato üblichen Bierkneipen oder Weinlokalen unterschieden. Kaffee regt an, ohne betrunken zu machen. Es wurde und es wird diskutiert und gestritten, aber nicht mit Fäusten. Das war so manchem Herrscher ein Dorn im Auge, weshalb es in der Geschichte des Kaffees in Europa so manche, teils kuriose Verbote und Gesetze gab, den Kaffee betreffend.

Es ist recht sicher, dass so manche revolutionäre Idee oder heute berühmte Erzählung ohne den Einfluss eines Kaffeehauses und dem Kaffee vermutlich nie entstanden wäre. Mitunter wird Kaffee auch als Droge bezeichnet und tatsächlich fühlen nicht wenige gewisse Entzugserscheinungen ohne eine Tasse Kaffee am Morgen zum Frühstück. Eine Sucht ist dies jedoch nicht, sondern nur dem Gewöhnungseffekt geschuldet. Tatsächlich ist Kaffee sogar gesund, selbst wenn es mal 4 bis 5 Tassen pro Tag sind, wie die AOK in einer Pressemitteilung verlauten ließ. Die über 1.000 Inhaltsstoffe des Kaffees besitzen nach neuesten Forschungen eine schützende Wirkung gegen Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der gute alte Filterkaffee schneidet hierbei sogar noch ein bisschen besser ab als etwa der Espresso.

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Über den Autor

Jannick Klein: Co-Founder Welttisch

Jannick ist offiziell selbst Kaffee-Farmer seit Anfang 2023. Durch den Anbau auf der eigenen Farm und die täglichen Erfahrungen auf dem Land mit dem Kaffeeanbau und vor allem mit den Menschen die diesen betreiben, hat sich eine Leidenschaft entwickelt. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Farmern und Agronomen in der Region hat er seit den Anfängen viel gelernt über:

verschiedene Kaffeeanbaumethoden und deren Einfluss auf die ökologischen Aspekte.

Qualitative Unterschiede der verschiedenen Ernte- und Aufbereitungsmethoden

Wichtige soziale Aspekte im Ursprungsland für die Landbevölkerung.

"Es gibt viele spannende Dinge, die die Kaffeekonsumenten normalerweise nicht wissen und die wir hier mit ihnen teilen möchten."