Die Finca befindet sich schon seit 5 Generationen in den Händen einer Familie. Im Einklang mit der Natur wurde hier schon immer gewirtschaftet. Das Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Aktuell leitet „Tio Carlos“ (Onkel Carlos) die Finca. Er ist auf der Finca groß geworden und auch er hat viel von der Vorgänger-Generation gelernt. Insbesondere an seinen Großvater erinnert er sich ehrfürchtig zurück: „Er ist der weiseste Mann, den ich je kennengelernt habe“, sagt Carlos über seinen Großvater.
Seine Philosophie ist: „Man muss die Zyklen verstehen. Die ganze Landwirtschaft besteht aus Zyklen. Versteht man die Zyklen, kann man Problemen wie Krankheitsbefall vorbeugen.“
Die Anbaumethode basiert auf einem dieser Zyklen. Auf der Finca „La Mejorana“ wird der Kaffee in einem beeindruckenden Wald aus anderen Bäumen angepflanzt. Im Schatten der über 30 m hohen „Nogales Cafeteros“ stehen die vielen Kaffeepflanzen. Der Boden ist von einem dichten grünen Teppich bedeckt. Unkraut. Etwas überraschend im ersten Moment.
Das ist nicht alltäglich auf anderen Fincas in der Region. Es stellte sich uns die Frage: WARUM?
Denn es herrscht die weit verbreitete Meinung, man müsste die Kaffeepflanzen frei von anderen Pflanzen halten, um die Produktion zu maximieren. Damit die andere Pflanzen nicht mit den Kaffeepflanzen in Konkurrenz zum Sonnenlicht und Nährstoffen im Boden stehen.
Daher wird oft aus zeitlichen Gründen das Feld mit Unkrautvernichtern in Schach gehalten. Nicht so auf der Finca „La Mejorana“.
Zurück zu den Zyklen: Tio Carlos ist der festen Überzeugung, dass seine Bäume dem Kaffee Nährstoffe liefern und nicht etwa streitig machen. Denn die viel größeren Bäume haben ein viel tieferes Wurzelwerk. Sie können die tief im Boden versteckten Nährstoffe nach oben holen. Wenn die Blätter und Äste von den Bäumen herunterfallen, lässt man sie liegen. Sie bilden einen Teppich aus natürlichem Dünger, frischer Nährstoff für die Kaffeepflanzen.
Und die Praxis gibt ihm Recht. Denn hier wurde seit Jahren keinen Dünger mehr benutzt und doch stehen die Kaffeepflanzen voll im Saft und sind voller Früchte:
Und auch der Teppich aus Unkraut erfüllt seinen Zweck. Er wird sorgfältig von Hand selektiert, damit sich keine schädlichen Pflanzen hinzumischen.
Und so sorgt der grüne Teppich dafür, dass der Boden nicht direkt der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
Ein Austrocknen des Bodens wird vermieden und das ermöglicht den vielen Mikroorganismen und Insekten den Boden gesund und lebendig zu halten.
Von einem gesunden Boden wiederum, kann man gesunde Kaffeekirschen ernten. Der Kreis schließt sich.
Die vielen winzigen Pflanzen absorbieren Nährstoffe aus der obersten Schicht im Boden. Der Kaffee hat seine Wurzeln viel weiter unten.
Keine Konkurrenz also und eine Win-Win-Situation für das ganze Ökosystem.
Wer sich schon beim Anbau so viel Mühe gibt bis zu den kleinsten Details, der möchte das Ergebnis nicht bei der Ernte aufs Spiel setzen. Daher wird der Kaffee hier ausschließlich von Hand gepflückt.
Das Ergebnis:
Nur die Besten und wirklich reifen Kirschen werden geerntet.

Da alle Kirschen eines jeden Baumes über einen längeren Zeitraum unterschiedlich schnell reifen, ist das mit sehr viel Arbeit verbunden. Täglich werden die Bäume abgelaufen, um nur die wirklich reifen Kirschen zu ernten. Unzählige Male in der ganzen Ernteperiode.
Ebenfalls täglich wird die frische Ernte nach einem wohl gehüteten Familienrezept aufbereitet, das ganze im „washed-Verfahren“.
Das Ergebnis ist ein qualitativ hochwertiger Rohkaffee mit den typisch kolumbianisch fruchtigen Noten.